30 Jahre nach Möllner Brandanschlägen: Entsetzen bleibt

Hamburg

30 Jahre nach Molnars Brandstiftung: Das Grauen bleibt.

Feuerwehrleute schützen ein ausgebranntes Haus nach einem Brandanschlag von Rechtsextremisten. Feuerwehrleute schützen ein ausgebranntes Haus nach einem Brandanschlag von Rechtsextremisten.

Feuerwehrleute schützen ein ausgebranntes Haus nach einem Brandanschlag von Rechtsextremisten.

Quelle: Rolf Rick/dpa/Archivbild

Vor 30 Jahren starben in Mullen eine Frau und ihre beiden Enkelinnen. Die Neonazis warfen Brandsätze in zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser. Am Jahrestag gedenken Stadt und Spitzenpolitiker der Anschläge.

DDie Brandanschläge in Müllen vor 30 Jahren mit drei Todesopfern sind für Ministerpräsident Daniel Gunther noch immer eine Verpflichtung für alle Schleswig-Holsteiner, entschieden gegen Rassismus und jede Form von Ignoranz einzutreten. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Anschläge seien zu einem grausamen Symbol für mörderischen Rassismus geworden.

In der Nacht zum 23. November 1992 warfen zwei Neonazis Brandsätze auf zwei Häuser in der Altstadt von Müllen, die von türkischen Familien besetzt waren. Der 51-jährige Bahid Arslan und seine Enkelinnen Eliz Arslan (10) und Ayshe Yilmaz (14) wurden getötet. Neun weitere wurden verletzt.

Ein Jahr später verhängte das Oberlandesgericht die Höchststrafen gegen die Mörder. Ein 26-jähriger Mann wurde wegen Mordes in drei Fällen, versuchten Mordes in 39 Fällen und insbesondere schwerer Brandstiftung zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein 20-Jähriger wurde wegen der gleichen Delikte nach dem Jugendstrafgesetzbuch zu zehn Jahren Haft verurteilt. Beide haben ihre Strafe inzwischen verbüßt.

„Die Angriffe haben Traumata und Narben bei den Überlebenden, ihren Familien und der Gesellschaft hinterlassen, die bis heute bestehen bleiben“, sagte Gunther. An die Stadt Moulins wird ständig mit Ausstellungen, Kampagnen und Gedenkveranstaltungen erinnert. Das Land hat seine Anstrengungen im Kampf gegen den Extremismus deutlich verstärkt. „Gerade in einer Zeit, in der so viele Menschen nach Deutschland fliehen, ist es sehr wichtig, gesellschaftlich zusammenzustehen und gemeinsam aktiv etwas dafür zu tun, dass die Vergangenheit nicht vergessen wird“, sagte Günther. Ereignisse sollten sich nie wiederholen.“

Die Landesregierung steht in engem Dialog mit muslimischen Verbänden. “Es ist anders als vor 30 Jahren.” Er dankt den großen islamischen Religionsgemeinschaften für die gemeinsame Führung eines konstruktiven Verständigungsprozesses mit dem Land.

„Mullen war und ist eine Wunde in der Geschichte dieses Landes, die sich nicht schließt“, sagte dpa-Integrationsministerin Aminata Torey (Grüne). “Es braucht auch keinen Abschluss, denn die Erinnerung und Verarbeitung solcher grausamen Taten wird immer schmerzhaft sein.” Es geht darum, neues Vertrauen in den Staat aufzubauen. „Als Landesregierung wollen wir den Rechtsextremismus in all seinen Ursachen bekämpfen, damit Mullins nie wieder vorkommt“, sagte Tory. “Niemand in diesem Land sollte wegen seiner Einwanderungsgeschichte um sein Leben fürchten.”

Der Minister sagte, dass die Erinnerung nie vollständig ist. Erinnern ist nie ohne Schmerz. „Reevaluation sollte auch alleine möglich sein, sie sollte nicht verordnend sein.“

Zum 30. Jahrestag der Brandanschläge von Moulin erinnert die Stadt an diesem Mittwoch mit einem Gedenkgottesdienst und einer Kranzniederlegung an beiden Orten an die landesweit und international erschütternden Ereignisse. Sie wird auch durch rund 500 Angehörigenbriefe dokumentiert, die seit 2021 im Dokumentationszentrum und Museum zur Migration nach Deutschland in Köln aufbewahrt werden.

„Briefe, Postkarten, Trauerkarten und Zeichnungen aus dem In- und Ausland enthalten auch emotionale Beileidsbekundungen von Kindern und konkrete Unterstützungsangebote für Familien, die Angehörige bei den Anschlägen verloren haben“, sagte Timo, Pressesprecher des Dokumentationszentrums Glatz. .

Nach den Anschlägen forderte die Stadt die Hinterbliebenen auf, Beileidsbriefe zu schreiben. „Aus unbekannten Gründen erreichten die meisten dieser Briefe die Familien nicht“, sagte Glatz. Stattdessen landeten sie im Stadtarchiv.

Erst 2019 wurde Ibrahim Arslan, einer der Überlebenden des Brandanschlags, auf die Briefe aufmerksam. Er sagte, wenn wir damals von dem Mitgefühl und der Solidarität in der Gesellschaft gewusst hätten, hätte uns das geholfen und uns etwas Frieden gegeben.

„Die meisten Briefe gingen an das türkische Teehaus als Treffpunkt der türkischen Gemeinde“, sagte Mullens Bürgermeister Ingo Schäfer. „Bei der Übergabe der geöffneten Briefe an unser Stadtarchiv haben wir es leider versäumt, die Hinterbliebenen zu informieren“, gab er zu. Bei der Trauerfeier am Mittwoch erwarten sie wie in den vergangenen Jahren eine große Beteiligung.

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