Amasia: Neuer Superkontinent wird Pazifik verdrängen

Es gab nicht immer sieben Kontinente. Vor etwa 250 Millionen Jahren existierte auf der Erde ein riesiger Superkontinent, der alle Landmassen vereinte. Dieser Kontinent namens Pangaea brach jedoch vor 200 Millionen Jahren auseinander, und im Laufe der Zeit wurden unsere heutigen Kontinente und die drei großen Ozeane aus seinen Fragmenten geformt.

Pangaea ist jedoch nicht der einzige Superkontinent: Laut Forschung entsteht alle 600 Millionen Jahre ein neuer. Laut einer in der Zeitschrift veröffentlichten Studie Nationales Wissenschaftsjournal erschienen ist, wird es nach fast 300 Millionen Jahren wieder soweit sein. Unsere Landmassen könnten sich zu diesem Zeitpunkt zu einem neuen Superkontinent namens Amasia gebildet haben. Ein großer Nachteil für den Pazifischen Ozean, denn Amasia würde ihn verdrängen.

Entstehung eines neuen Superkontinents

Der sogenannte superkontinentale Zyklus wird für die Bildung von Amasia verantwortlich sein. „Während der letzten zwei Milliarden Jahre kollidierten die Kontinente der Erde alle 600 Millionen Jahre und bildeten einen Superkontinent“, erklärt Chuan Huang, Hauptautor der Studie und Geophysiker von der australischen Curtin University.

Auch Lesen :  Varusschlacht in Kalkriese? - Metallanalysen sprechen dafür | Freie Presse

Mit Hilfe von 4D-Simulationen mit einem Supercomputer untersuchten die Forscher, wann genau dieser Zeitpunkt wieder sein könnte. Anhand von Daten simulierten sie Szenarien, wie sich die tektonischen Platten in Zukunft aufeinander zubewegen könnten. Ziel ihrer Forschung war es herauszufinden, warum sich die Superkontinente der Vergangenheit auf ganz unterschiedliche Weise gebildet haben – und wie genau der neue Superkontinent Amasia entstanden sein könnte.

„Wir konnten zeigen, dass es in weniger als 300 Millionen Jahren wahrscheinlich der Pazifische Ozean sein wird, der sich schließen wird, damit sich Amasia bilden kann. Dieses Szenario widerlegt einige frühere wissenschaftliche Theorien“, sagte Huang.

Die Bewegung der Kontinente soll den Forschern zufolge so aussehen: Nord- und Südamerika driften nach Westen, wo sie mit Asien und Australien kollidieren. Währenddessen bewegt sich der Kontinent Antarktis nach Norden und verschmilzt mit den übrigen Landmassen. Nach den Modellen des Teams entsteht so der neue Superkontinent.

Auch Lesen :  Hunt: Showdown - Fürchte dich vor dem Sensenmann!

Der äußere Ozean verschwindet aufgrund von Extrovertiertheit

Laut der Studie entwickelt sich Amasia durch sogenannte Extrovertiertheit. Huang und sein Team erklären, dass Superkontinente in der Vergangenheit auf sehr unterschiedliche Weise entstanden sind. Die beiden Hauptmodelle heißen Introversion und Extroversion. Die Introversion schließt den inneren Ozean, der durch den Zusammenbruch des letzten Superkontinents entstanden ist, während die Extroversion den ehemaligen äußeren Superozean schließt.

“Die Erde, wie wir sie kennen, wird sich dramatisch verändern, wenn sich Amasia bildet.”

von Zheng Xiang Li

Geochronologe, Curtin University

Dabei spielt die Stärke der Lithosphäre, die aus der oberen und unteren Kruste und dem oberen Mantel besteht, eine wichtige Rolle: Eine hohe Stärke der ozeanischen Lithosphäre führt zu einer introvertierten Anordnung und eine geringe Stärke zu einer extrovertierten Anordnung.

Amasia wird den Pazifik vollständig abdecken

Der Pazifische Ozean wird von dieser Formation durch Extrovertiertheit besonders betroffen sein. Es ist der Überrest des Panthalassa-Superozeans und entstand während des Zerfalls des letzten Superkontinents. Seit der Zeit der Dinosaurier schrumpft der Pazifik langsam: jedes Jahr um wenige Zentimeter. Es wird jedoch mehrere Millionen Jahre dauern, bis das derzeitige Gebiet von 10.000 Kilometern geschlossen wird. Er wird den Forschern zufolge nach 200 bis 300 Millionen Jahren vollständig verschwinden und vom neuen Superkontinent Amasia bedeckt werden.

Auch Lesen :  Die besten Gaming-Monitore bei Amazon zum Wahnsinnspreis

Die Bildung von Amasia wird die Erde jedoch nicht unberührt lassen: Die Folgen für Ökosysteme und Umwelt werden den Forschern zufolge enorm sein. „Die Erde, wie wir sie kennen, wird sich dramatisch verändern, wenn sich Amasia bildet. Der Meeresspiegel wird wahrscheinlich sinken und das Innere des Superkontinents wird sehr trocken sein, mit großen täglichen Temperaturschwankungen“, erklärt der Geochronologe Zheng-Xiang Li, Co-Autor der Studie. Aber bis es so weit ist, wird es noch lange dauern.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button