Braucht es mehr Football in Deutschland? Patrick Esume sagt: Unbedingt!!!

Das erste NFL-Ligaspiel in München ist eine Auszeichnung nicht nur für Fußball-Deutschland, sondern für den gesamten Sport-Deutschland. Ja, die NFL war schon einmal hier, Anfang der 1990er Jahre in Berlin, aber das waren Vorsaison-Spiele. Vorbereitungsspiele ohne Bedeutung. Etwas ganz Besonderes ist hingegen das Spiel der Tampa Bay Buccaneers gegen die Seattle Seahawks in der Allianz Arena. Bei dieser Einzelveranstaltung steht der Fußball im Mittelpunkt, vergleichbar mit einem Spiel bei der Fußball-Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft in Deutschland. Unser Sport kommt von der Nische zu den großen Boulevardzeitungen, teilweise dank Bucs-Quarterback Tom Brady, dem Michael Jordan des Fußballs.

Aber Fußball ist viel mehr als nur dieses eine Spiel, das naturgemäß die größte mediale Aufmerksamkeit erregen wird. Dass die NFL auch eine feste Niederlassung in Düsseldorf hat, ist ein entscheidender Vorteil. Damit will die Liga den Sport in der breiten Gesellschaft etablieren und zum Beispiel Flag Football – eine berührungslose Variante des American Football – an die Schulen bringen. Das Ziel: Kindern und Jugendlichen den Fußball näher bringen – und damit langfristige Kunden haben.

Patrick Esume: „Braucht es mehr Fußball in Deutschland: Ich sage: Absolut“

Natürlich kann man sich fragen: Braucht Deutschland mehr Fußball? Ich sage absolut, weil die Nachfrage den Markt bestimmt und er Fußball schauen will. Einer der größten Vorteile des Sports: Er ist überschaubar. Die reguläre Saison besteht aus 17 Spielen pro Team, plus maximal vier weiteren Spielen in den Playoffs. Im Football hingegen gibt es so viele Wettbewerbe, dass man leicht den Überblick verliert: Liga, nationale und internationale Pokale, die Nations League und so weiter… Die Tatsache, dass die NFL relativ wenige Spiele hat, erhöht die Bedeutung von die einzelnen Spiele enorm – und damit auch der Wert des Spiels in München. Dies zeigte sich nicht zuletzt in der enormen Nachfrage nach Tickets.

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Dass die NFL einzelne Spiele im Ausland vergab und in London oder Mexico City spielte, ist seit vielen Jahren Normalität. Es ist auch anders als beim Fußball: Als es vor einigen Jahren in Deutschland den Vorschlag gab, das Pokalfinale beispielsweise in China auszutragen, führte das zu heftigen Protesten. Denn der Fußballfan ist oft auch Mitglied im Verein und hat somit ein Wörtchen mitzureden.

In Deutschland kann die NFL noch 10 bis 20 Millionen Fans anlocken

In den USA ist das nicht so, die NFL-Teams sind Unternehmen, keine Clubs. Ihr Hauptaugenmerk: Geld verdienen. Und das braucht Wachstum und neue Fans. Brett Gosper, Europachef der NFL, sagte, die nächsten 50 Millionen Fans würden nicht aus Amerika kommen, weil der Markt erschöpft sei. Deshalb spielt Europa und insbesondere Deutschland eine so große Rolle: Die NFL kann hier noch zehn bis 20 Millionen Fans begeistern.

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Dass sich Fußball im Fernsehen als zweitbeliebteste Sportart hinter Fußball etabliert hat, wird in der Bundesliga registriert. Bayern-Geschäftsführer Oliver Kahn sagte kürzlich in der „Sport Bild“: „Falls mir etwas Sorgen macht: Wir gehen davon aus, dass Fußball immer Zuschauersport Nummer eins ist. Aber wenn man sieht, wie junge Generationen Sport konsumieren und wie viele andere Möglichkeiten sie haben, man muss es ernst nehmen.” Dass man für das NFL-Spiel Tickets im siebenstelligen Bereich hätte verkaufen können, „sind Entwicklungen, die wir nicht einfach ignorieren können“.

Der Fußball muss sich fragen: Was können wir von den Amerikanern lernen, um bei dieser jungen Zielgruppe die gleiche Wirkung zu erzielen? Das heißt nicht, dass Fußball den Fußball verdrängt. Er bereichert die Sportlandschaft. Was die NFL perfektioniert hat: einen Sport mit einem Lifestyle zu verbinden, der für Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit steht. Es funktioniert auch in Deutschland, gerade in diesen schwierigen Zeiten mit Covid und Krieg. Nicht umsonst gibt es den Slogan „Fußball ist Familie“. Weil er recht hat.

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