Centre Pompidou: Wenn gelbe Katzen die Gesellschaft warnen

Es geschah in einer Zeit des Umbruchs, am Ende der Nachkriegszeit, die oft als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnet wird, als der Kurator Harald Szeemann Ende der 1960er Jahre eine große Ausstellung über die Fortschritte der Science-Fiction machte das ist die frage nach den möglichkeiten der kunst für die gesellschaft. Die Kunsthalle Bern, das Musée des Arts Decoratifs in Paris und die Kunsthalle Düsseldorf präsentierten eine spektakuläre Show, die frei nach dem Schriftsteller Ray Bradbury Science-Fiction als „Kunst des Möglichen“ hinterfragte.

Auch Lesen :  Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.11.2022 | Die Tansaekhwa-Bewegung und der südkoreanische Maler Ha Chong-Hyun - Briefwechsel Bachmann/Frisch - Nicolaus Stemann antwortet seinen Kritikern

Stéphane MALKA, Auto-Defense/Poche de Resistance Active, 2009

Centre Pompidou Metz

Mehrfamilienhäuser in der Grande Arche de la Defense, erdacht von Stephane Malaka

Tatsächlich wird dieser Ansatz in Metz im Centre Pompidou erwogen und das Museum nicht nur als Ausstellungsraum genutzt, sondern auch als kristallenes Zentrum für zukünftige Debatten, wo Vorträge, Filme, Retrospektiven und Konzertprogramme stattfinden. , wo Fragen der Solvency of Survival unter extremen Bedingungen betrachtet werden.

Zwischen Wut und Hoffnung

Kernstück bleibt die Ausstellung mit mehr als 200 Werken von den späten 1960er Jahren bis zur Gegenwart, die alle mit dem Ziel ausgewählt wurden, die Tore der Möglichkeiten zu durchschreiten. Die Schau „Tore der Möglichkeiten“ (bis 23. April 2023 in Metz) will eine Beziehung zwischen den imaginären Welten der Kunst und der Gegenwart herstellen. Ärger ist nur ein Teil des Geistes als Grundlage der Hoffnung, dass die aktuellen Angelegenheiten doch noch gelöst werden können.

Man kann sich erinnern: Man war noch mit dem Filmemacher Andrej Tarkowski auf dem Weg zu Solaris, man begegnete westlicher Kultur in einem weiteren Umkreis. Die großen Klassiker der Werte wurden auf die Raumstation übertragen und sie durften die Trennung dieser Werte an neuen Orten sehen. Für die moderne bildende Kunst liegen Utopie und Dystopie sehr nah beieinander. Das sagen die meisten der hier gezeigten Bilder aus. Jeder hat Umwelt- und Klimafragen als große Lösung oder kreative Aufgabe vor sich.

Die Bilderserie besteht aus 4 Bildern

Aida MULUNEH, Die Fesseln der Begrenzungen, 2018

Centre Pompidou Metz

Aida Muluneh, Die Fesseln der Begrenzungen, 2018

Kevin MCGLOUGHLIN, Rückblick, 2019

Centre Pompidou Metz

Kevin McLoughlin, „Wiederholung“, 2019

Jon RAFMAN, Du stehst auf offenem Feld (Mental Traveller), 2020

Centre Pompidou Metz

Jon Rafman, Du stehst auf offenem Feld (Psychic Traveler), 2020

20 radioaktive Katzen im grauen Raum

©1980 Sandy Skoglund

Sandy Skoglund, „Radioaktive Katzen“, 1980

„Wir haben noch die Wahl“

„Noch stehen wir vor einer Entscheidung“, sagt Ausstellungskuratorin Alexandra Müller, die Exponate von Klassikern der Moderne bis hin zu Cyberpunk und Afrofuturismus gesammelt hat: „Wir können unser Verhältnis zu unserer Welt neu definieren und den eingeschlagenen Weg verlassen – oder wir bleiben dran den Weg, auf dem wir uns befinden, mit den folgenden Konsequenzen.“

Auf jeden Fall möchte Müller, dass die Ausstellung als positives Eintauchen in Lösungsutopien verstanden wird. In der Sci-Fi-Terminologie geht es weniger um Helden oder außerirdische Kreaturen, die die Welt von außen bedrohen. Das Problem liegt zwischen den Menschen – und „Fiktion“ liegt schon nahe daran, dass hier die Werke auf seltsame Weise existieren, ein Teil der Wahrheit ist auch auf apokalyptische Weise, zum Beispiel wenn im Werk von Sandy Skoglund zwei zwei leuchtend gelbe „ radioaktive Katzen.“ Runde im grauen Raum. Wenn Sie sich dieses Datum ansehen, werden Sie feststellen, dass die Warnung aus dem Jahr 1980 stammt, einem der wichtigsten Jahre der Anti-Atomkraft-Bewegung. Einige zeitgenössische Arbeiten beleuchten, wie die Klimakrise unbemerkt in die Siedlung eindrang – wie etwa die Arbeit der palästinensischen Künstlerin Larissa Sansour.

Foto Roboterfrau von Kiki Kogelnik

Philippe Migeat

Kiki Kogelnik, Roboterfrau (1964)

Kogelnik als österreichischer Beitrag

Österreich ist in der Ausstellung mit Arbeiten von Kiki Kogelnik aus der Mitte der 1960er-Jahre vertreten: „Women’s Robot“ von 1964 verweist auf die anschließende Debatte um Frauen, Politik und die Frage, ob man überhaupt noch über die Rolle der Frau entscheiden will. Denn Science-Fiction sagt auch eines aus: Nichts, schon gar nicht Bilder des eigenen Körpers, ja, des eigenen Körpers, ist in diesem Genre selbstverständlich.

Für die Macher der Show liegt der Vorteil der Science-Fiction jedenfalls in der Empörung, die die Nation in der Öffentlichkeit erzeuge – nur Empörung erzeuge eine Verhaltensänderung, so ihr Credo.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button