Dachau: Geschäftsleute kritisieren Verkehrsregelungen in der Altstadt – Dachau

Die Entscheidung verärgerte einige Geschäftsleute in der Dachauer Altstadt: Auf dem Altstadtring soll es bald nur noch 20 statt 30 km/h geben, die Dachauer Verkehrskommission hat kürzlich ein Rechtsabbiegeverbot nach Karlsberg beschlossen und beschlossen. Juwelier Ludwig Stöckl, dessen Geschäft sich in der Augsburger Straße befindet, klagte bereits im vergangenen Jahr gegen die Einbahnstraße in der Altstadt. Das Verwaltungsgericht hob den Beschluss daraufhin im Februar auf. Zum jüngsten Beschluss des Stadtrates sagt Stöckl: „Für mich ist das Unsinn und völlig schädlich“, er befürchtet unter anderem persönliche Nachteile. Also rief er erneut seinen Anwalt an.

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Die Mehrheit im Verkehrsausschuss sieht das anders. Mit dem verkehrsberuhigten Geschäftsviertel, also der 20-km/h-Zone, wollten die Stadträte die Aufenthaltsqualität in der Altstadt steigern. Ihre Argumente: Wenn Autofahrer dort langsamer fahren, verbessert sich die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer, die Lärmbelästigung durch Straßensteine ​​sinkt, sodass man im Restaurant ruhiger draußen sitzen kann. Zudem soll das Rechtsabbiegeverbot auf den Karlsberg den Verkehr in der Innenstadt zukünftig entlasten. Bisher haben viele Autofahrer morgens die Abkürzung von Karlsberg nach München genommen.

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Kritik hört man etwa von CSU-Stadtrat Peter Strauch. Er befürchtet, dass das Rechtsabbiegeverbot zu “viel Abbiegeverkehr und langsamem Verkehr” führen werde. Denn ausländische Autofahrer, die nicht wüssten, dass man auf dem Karlsberg nicht rechts abbiegen kann, würden trotzdem den Altstadtberg hochfahren – und müssten dann wieder umdrehen.

“Wer es leiser haben will, sollte den Kopfsteinpflaster-Unsinn hinter sich lassen.”

Auch Juwelier Ludwig Stöckl protestierte gegen das Rechtsabbiegeverbot am Karlsberg, das seiner Meinung nach eine wichtige Verkehrsader verstopft: “Das ist, als würde man eine Arterie verschließen.” Er habe das Gefühl, die Stadt wolle den Autoverkehr aus der Altstadt verbieten – doch für Geschäftsleute wie ihn sei das kontraproduktiv: „Die Geschäfte hier leben von Kunden aus dem Dachauer Hinterland. Und die kommen nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie kommen.“ mit dem Auto.”

Beruhigen den Verkehr in Dachau: Edith und Claudia Hornung von der Parfümerie Weinzierl.

Edith und Claudia Hornung von der Parfümerie Weinzierl.

(Foto: oh)

Verkehrsberuhigung in Dachau: Juwelier Ludwig Stöckl befürchtet persönliche Nachteile, wenn in der Altstadt beschlossene Verkehrsregeln umgesetzt werden.

Juwelier Ludwig Stöckl befürchtet persönliche Nachteile, wenn die in der Altstadt beschlossene Verkehrsregelung umgesetzt wird.

(Foto: Toni Heigl)

Zudem würde das Rechtsabbiegeverbot Pendler künftig dazu zwingen, Umwege zu nehmen, um München zu erreichen, etwa über das Familienbad oder die Ludwig-Thoma-Straße. „Das erhöht die CO₂-Belastung“, sagt Stöckl und befürchtet noch mehr Staus. Auch von der 20-km/h-Zone, die von der Ecke Augsburger Straße/Brucker Straße über die Augsburger und Konrad-Adenauer-Straße bis zur Jocherstraße verlaufen soll, hält er wenig. Stöckl: “Wer es leiser haben will, sollte den Kopfsteinpflaster-Mist wegwerfen und Flüsterasphalt reinstellen.” Die historische Bedeutung des Pflasters ist ihm nicht wichtig.

“Die Stadt macht es uns mit solchen Entscheidungen nicht leicht.”

Edith Hornung, Inhaberin des Parfümgeschäfts von Weinzierl, ist ähnlich verärgert: “Ich bin nicht begeistert von dieser Entscheidung.” Auch er vermutet, dass durch das Rechtsabbiegeverbot weniger Autofahrer und damit weniger Kunden in die Altstadt kommen – ähnlich wie bei der Einbahnstraßenregelung, gegen die er wie Stöckl vehement protestierte. Grundsätzlich versuche er, neuen Ideen eine Chance zu geben, stehe der Entscheidung des Stadtrats aber skeptisch gegenüber: „Ich denke, wir Händler werden darunter leiden.“ Wer Pendler aus der Altstadt ausschließt, verpasst potenzielle Kunden, die vor dem Arbeits- oder Heimweg denken: „Jetzt brauche ich noch was, also höre ich hier auf“.

Um die Altstadt zu beleben, wäre es laut Hornung sinnvoller gewesen, mehr Parkplätze zu schaffen, die an die Größe heutiger Autos angepasst sind. Sein kritisches Fazit: „Wir Geschäftsleute versuchen, die Altstadt am Leben zu erhalten, und die Stadt macht es uns mit diesen Entscheidungen nicht leichter.“

“Es würde mich stören, wenn jemand auf der Straße vor mir fährt.”

Auch Ayten Pinto, Geschäftsführerin des Brautmodengeschäftes Eternity nahe der Martin-Huber-Treppe, spricht sich dafür aus, die Verkehrssituation in der Altstadt “am besten so zu lassen”. Seit rund 16 Jahren führt er sein Unternehmen in Dachau. Den Pendlerverkehr in der Altstadt empfindet er nicht als störend – im Gegenteil: „Hier sollten mehr Autos fahren“, sagt er, denn aus Autofahrern können auch Spontankunden werden, die bei ihm zum Beispiel Wäsche kaufen. Auch für die 20-km/h-Vorschrift zeigt er kein Verständnis: “Es würde mich stören, wenn jemand im Schneckentempo vor mir fahren würde.” Wie Edith Hornung sieht Pinto die Parkplatzsituation in der Altstadt als drängenderes Problem, das die Stadt endlich angehen sollte: “Das Parkhaus ist immer voll.”

Thomas Ramsauer, Geschäftsführer der Kulturschranne, meint, die Stadt hätte vor einer solchen Entscheidung die Geschäftsleute der Altstadt fragen müssen. Schließlich haben sich seine Gäste noch nie darüber beschwert, von vorbeifahrenden Autos gestört zu werden. Er bezweifelt auch, dass der Autolärm in der Altstadt wirklich abnimmt, wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung nur noch Tempo 20 statt Tempo 30 beträgt: “Haben Sie vorher ermittelt, wie sich das auf den Lärmpegel auswirkt?” er fragt. Ramsauer steht auch Pendlern, die über Karlsberg nach München reisen, positiv gegenüber und erklärt mit dem Beispiel warum: „Wenn man jeden Tag am Weihnachtsmarkt vorbeifährt, denkt man manchmal daran, dorthin zu fahren.“

Die Altstadt sei ohnehin längst autofrei, sagt Ramsauer: „Hier sind sowieso kaum Menschen.“ Seine Forderung ist daher eindeutig: „Die Altstadt soll mit immer mehr Geschäften belebt werden“, und fügt hinzu: „Wenn mehr Beschränkungen verhängt werden, wäre es eigentlich das Gegenteil.“

Wann die 20-km/h-Zone und das Rechtsabbiegeverbot in Kraft treten, steht laut Stadt noch nicht fest, das Amt arbeitet derzeit an der verkehrsrechtlichen Ausgestaltung.

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