Dating in Frankfurt – „Ein glücklicher Single zu sein, ist eine große Kunst“

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Das junge Paar in der Alten Oper hat zumindest vorerst schon die Liebe gefunden.  Die Singles von Tour d'Amour werden noch gesucht.
Das junge Paar in der Alten Oper hat zumindest vorerst schon die Liebe gefunden. Die Singles von Tour d’Amour werden noch gesucht. © Peter Jülich

Singles können sich bei einer Stadtrundfahrt durch die romantischen Ecken Frankfurts ungezwungen kennenlernen. Unser Reporter hat sie begleitet und gefragt, warum die Partnersuche in der Stadt oft schwierig ist.

Frankfurt – In Frankfurt ist es schwieriger Leute kennenzulernen als im Umland. Sie sind sarkastischer, die Frauen sind noch promiskuitiver“, sagt Leo. Der 33-Jährige ist einer von 15 Menschen, die sich in dieser nebligen Novembernacht am Hauptbahnhof zu einem Streifzug durch Frankfurts romantischste Gegenden treffen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind Single.

“Tour d’Amour” nennt sich WanderDate, der Veranstalter der gleichnamigen Tour. An diesem Tag ist es eine Stadtrundfahrt für Menschen zwischen 25 und 40, die gemeinsam die Innenstadt erkunden und neue Leuchtfeuer setzen wollen. Es gibt auch Tage der Singles über 50. Reiseleiter Jonas Linner führt die Gruppe auf dem Weg der Liebe durch die Innenstadt. Wer sind die hier versammelten Menschen? Sie hoffen, die Liebe Ihres Lebens zu treffen oder wollen einfach nur einen schönen Abend verbringen?

Dating in Frankfurt ist eine große Sache

Im Gespräch scheint es nicht einfach zu sein, neben Arbeit, Freundschaft und Hobbies Raum für neue Begegnungen zu lassen. Allerdings ist Dating hier ein großes Thema: Die meisten Leute wollen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen.

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Leo hat einen anderen Namen und traf seinen ehemaligen Freund auf einem Tagesausflug. Anders als Leo findet der gebürtige Frankfurter die Menschen in der Stadt nicht zu zynisch. Der 39-Jährige kommt zu einem anderen Schluss: „Frankfurt ist einfach groß, unbekannt.“ Er hat nette Leute in kleinen Städten in Facebook-Gruppen für Neuankömmlinge kennengelernt, aber hier funktioniert nicht viel. Eine Frau, die in verschiedenen Städten und Ländern gelebt hat, sieht ein Problem in der deutschen Sprache: „In Deutschland sind die Menschen geschützter als in anderen Ländern, Deutsche gehen auf die zu, die wenig wissen.“

Die meisten Teilnehmer sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen vertreten. Vom gelernten Förster bis zum Ingenieur sind hier Menschen aus allen Lebensbereichen vertreten, viele aus dem Umland. Viele sagen, sie wollen einfach nur einen netten Abend in Gesellschaft verbringen, nach der Arbeit Sport treiben – und wenn Sie jemanden finden, den Sie treffen können, wäre das großartig. Der 39-Jährige sagt, dass in seinem Alter die meisten seiner Freunde bereits „verheiratet“ seien und nur noch an ihren Plätzen verkehrten. Dann dachte er: “Heute mache ich mal was anderes und lerne ein paar neue Leute kennen.”

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Wo Singles ins Gespräch kommen, bilden sich schnell kleine Grüppchen. Linners Erklärungen zur Bedeutung des Bahnhofsviertels als Ort der “Liebesattraktion” sind unangebracht, aber der wahrscheinliche Abiturientin und Reiseleiter scheint sich wohl zu fühlen. „Es läuft gut, die Leute reden. Ich möchte, dass es gute Laune macht. Auch das Kennenlernen in entspannter Atmosphäre ist unser Ziel. Es ist nicht so robust wie Tinder oder Speed-Dating. „Man geht unvoreingenommen in den Abend, Freundschaften können beginnen“, sagt er. Oder aber. „Heute habe ich eine E-Mail erhalten, dass ein Paar, das sich vor ein paar Jahren bei einer unserer Veranstaltungen kennengelernt hat, geheiratet hat. Wenn du so eine Antwort bekommst, ist das so gut, dass du das Gefühl hast, ein kleiner Teil davon zu sein.“ Weiter geht es an der Taunusanlage vorbei zur Börse und dann zum Einkaufszentrum MyZeil. Linner macht einen kleinen Ausflug in die materialistische Liebe, er beschäftigt sich auch mit persönlichen Themen als Beziehung zueinander in einer von verzerrten Schönheitsidealen geprägten Gesellschaft.

Dass das Leben ohne partner:in auch seine schwierigen Seiten hat, erklärt eine 39-jährige Teilnehmerin: „Ich denke, dass man als Single alleine mit Dingen fertig werden muss, die anderen Menschen in einer Beziehung Angst machen. Stell dir vor, es ist Freitagabend, es regnet.“ , du warst drei Tage krank. Wenn du Single bist, machst du es alleine und sagst es niemandem, während jemand in einer Beziehung ganz anders behandelt wird.“ Er betont: „Single und glücklich zu sein, ist eine große Fähigkeit. Man muss sich unterhalten können. Das schaffe ich mit Sport, meinen Hobbies und meinen Freunden.“

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Alle Termine und Tickets zur Tour d’amour: www.wanderdate.de

Auf die Frage, wie ihr Umfeld auf das Singledasein reagiert, fallen die Antworten zurückhaltend aus. Eine 37-jährige Frau sagt: “Ich lasse mich nicht unter Druck setzen, meine Familienplanung ist meine private Entscheidung.” Einige haben Freunde, die das Single-Leben genauso genießen wie sie selbst – sie werden gleich kommen. zusammen auf Besuch oder sagen, dass sie oft zusammen in die Bar gehen und dass es lustig ist. Für die Teilnehmer endet die Reise in einem Restaurant – ob sich heute Freunde oder Verliebte treffen, das bleibt offen. (Marlene-App)

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