Deutschlandticket: Bis zu 2600 Euro im Jahr – die unterschätzte Entlastung

EINAus Sicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) war dies die zentrale Botschaft des Landtags am Mittwoch: „Das Ticket für 49 Euro kommt, möglichst am 1. Januar, sonst so schnell wie möglich . im Jahr 2023.“ sagte er, als er gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem nordrhein-westfälischen Kollegen Hendrik Wüst (CDU) die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vorstellte. Das sogenannte Deutschlandticket sei „eine wichtige praktische Verbesserung für das Leben vieler Menschen“.

Wer das 9-Euro-Ticket im Sommer für Wochenendfahrten mit der Regionalbahn genutzt hat, mag über den Preis enttäuscht sein. Doch für alle Berufspendler, die längere Wege mit Bus oder Bahn zur Arbeit zurücklegen, ist das Deutschland-Ticket auch zum Preis von 49 Euro eine großzügige Entlastung, wie Rechenbeispiele zeigen.

Je nach Region und Pendlerentfernung bringt Ihnen das neue Bundesticket eine Ersparnis von über 2000 Euro pro Jahr. Wer die rund 60 Kilometer zwischen dem Aachener Raum und Köln pendelt, zahlt derzeit 265,80 Euro für seine Monatskarte im Abo, das sind 3189,60 Euro im Jahr. Mit dem 49-Euro-Ticket müssten diese Pendler für das gesamte Jahr 2023 nur 588 Euro bezahlen. Das ist eine Ersparnis von 2601,60 Euro.

Lesen Sie mehr über Ermäßigungen für öffentliche Verkehrsmittel

Denn Scholz und Wüst ließen einige Fragen offen

Ministerpräsidentenkonferenz

Danke, beruhigen, Mut machen – das ist die Strategie von Olaf Scholz in Gifhorn

Nicht gut bei den Bundesländern: Bundesfinanzminister Christian Lindner

Auch Lesen :  Ukraine Krieg ++ Selenskyj fordert Strafen für russische Führung wegen MH17 ++

Pendler, die täglich vom rund 8.000 Einwohner zählenden rheinhessischen Wörrstadt in die etwa eine Stunde entfernte hessische Landeshauptstadt Wiesbaden fahren, zahlen 144,30 Euro im Monat oder 1.732 Euro im Jahr. Mit dem neuen Deutschlandticket zahlen Sie im kommenden Jahr 1144 Euro weniger.

auch lesen

Advertorial Eurojackpot online

ÖPNV-Nutzer, die am Rande von Großstädten leben, gehören daher zu den Gewinnern, aber die Stadtbewohner selbst gehören nicht unbedingt zu den Gewinnern. Wer beispielsweise im Großraum München ausschließlich mit Bus und Bahn unterwegs ist, zahlt heute 561 Euro im Jahr – das sind 17 Euro weniger als das Deutschland-Ticket in zwölf Monaten kosten wird.

Immerhin sparen die Hamburger 114 Euro. In der Hansestadt kostet das Abo einer Monatskarte 58,50 Euro. Das sind 702 Euro pro Jahr. Laut Verkehrsunternehmen kostete die Jahreskarte in Berlin bisher 761 Euro. Mit dem 49-Euro-Ticket zahlen die Berliner also innerhalb von zwölf Monaten 173 Euro weniger für ihre Fortbewegung.

Drei Millionen Pendler profitieren von dem Ticket

Laut Statistischem Bundesamt haben etwa 15 Prozent der knapp 20 Millionen Pendler, also etwa drei Millionen Menschen, etwas von dem neuen Ticket. Sie nutzen Busse und Bahnen, um zur Arbeit zu gelangen. Dagegen pendeln 70 Prozent oder 14 Millionen Erwerbstätige mit dem Auto.

Auch Lesen :  Scholz warnt vor "Renaissance der fossilen Energien" | Freie Presse

Darauf zielte der CDU-Verkehrspolitiker Michael Donth mit seiner Kritik am Tag nach der Bund-Länder-Einigung ab. „Das Ticket wird nur ein attraktives Angebot für Kunden sein, die bereits Monatskarten abonniert haben und jetzt die gleiche Leistung zu einem günstigeren Preis erhalten“, sagte er. Gelegenheitsfahrer und Nutzer des Fernverkehrs, wie Menschen auf dem Land, werden ohne einen gut ausgebauten ÖPNV nicht profitieren.

Ähnliche Kritik kam von der AfD. „Das sogenannte Deutschlandticket hilft fast niemandem“, sagt Dirk Spaniel, verkehrspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Die für die Subventionierung des Deutschlandtickets geplanten drei Milliarden Euro sollen stattdessen für einen neuen Tankrabatt für alle verwendet werden, die auf das Auto angewiesen sind.

Hier finden Sie Inhalte von Drittanbietern

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Einwilligung zur Übermittlung und Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung benötigen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem Sie den Schalter auf „on“ stellen, erklären Sie sich damit einverstanden (jederzeit widerrufbar). Dies umfasst auch Ihre Einwilligung zur Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, einschließlich der USA, gemäß Art 49 (1) (a) DSGVO. Hier finden Sie weitere Informationen dazu. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit über den Schalter und über den Datenschutz unten auf der Seite widerrufen.

Sozialverbände störte dagegen der Preis. „Das 49-Euro-Ticket ist jetzt eingeführt – aber bezahlbare Mobilität für Arme und Geringverdiener wird damit leider nicht erreicht“, sagt Franz Schrewe, Landesvorsitzender NRW des Deutschen Sozialverbands.

Auch Lesen :  Was will Kanzler Scholz gegen die hohe Inflation in Deutschland tun?

NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer (Groenen) begrüßte derweil die Einigung. „Das Ticket macht das Reisen mit Bahn und Bus plötzlich für Millionen von Menschen attraktiv“, erklärt er.

„Wo früher eine Monatskarte für das Pendeln zwischen zwei Städten einen höheren dreistelligen Betrag kostete, bin ich jetzt für 49 Euro unterwegs und das auch noch bundesweit.“ Damit werde „der völlig veraltete und kundenfeindliche Tarifdschungel in Deutschland radikal aufgeräumt“.

Verkehrsverbände halten einen Start zum 1. Januar für unmöglich

Ob das neue Ticket tatsächlich ab dem 1. Januar gültig sein wird, ist unklar. Bei den Verkehrsverbünden gilt dies als ausgeschlossen. „Verkehrsunternehmen und Verbände werden alles daransetzen, diese Entscheidung so schnell wie möglich umzusetzen, aber es ist klar, dass der 1. Januar nicht eingehalten wird, weil entscheidende Fragen offen bleiben“, sagt Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsbetriebe Unternehmen (VDV).

Aus seiner Sicht reicht der Beitrag von Bund und Ländern von jeweils 1,5 Milliarden Euro nicht aus. „Das Risiko eines größeren Schadens und die notwendigen Anfangsinvestitionen wurden auf das Unternehmensrisiko des Unternehmens verlagert, das ist nicht möglich“, sagte Wolff.

Auch die monatliche Kündigungsmöglichkeit des Deutschlandtickets führt zu erheblichen Einnahmerisiken, die den Ausgleichsbedarf erhöhen. Es muss unverzüglich verhandelt werden, wer die tatsächlichen Kosten trägt.

Hier können Sie sich unsere WELT-Podcasts anhören

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Einwilligung zur Übermittlung und Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung benötigen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem Sie den Schalter auf „on“ stellen, erklären Sie sich damit einverstanden (jederzeit widerrufbar). Dies umfasst auch Ihre Einwilligung zur Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, einschließlich der USA, gemäß Art 49 (1) (a) DSGVO. Hier finden Sie weitere Informationen dazu. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit über den Schalter und über den Datenschutz unten auf der Seite widerrufen.

„Alles auf Aktien“ ist der tägliche Börsen-Shot der WELT-Wirtschaftsredaktion. Jeden Morgen ab 05:00 Uhr mit den Finanzjournalisten der WELT. Für Börsenexperten und Einsteiger. Abonnieren Sie den Podcast auf Spotify, Apple Podcast, Amazon Music und Deezer. Oder direkt per RSS-Feed.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button