Drei Feiertage im Konfliktfeld von Kirche und Kürbis

Jedes Jahr im Herbst leuchten hohle Kürbisse in Schaufenstern, in Kindergärten und vor Privathäusern. Aber das ist nur ein Vorgeschmack auf den großen Spaß: Während Halloween ziehen verkleidete Jungen und Mädchen durch die Straßen, und in Clubs und Hallen finden verrückte Partys statt, so auch an diesem Montag. Daher wird jedes Jahr Kritik laut.

Denn das aus den USA importierte Horrorgeschäft berührt zwei christliche Feiertage, während Allerheiligen eigentlich mit wenig gutem Willen mit Halloween in Verbindung gebracht werden könnte, aber Pumpkins & Co den Reformationstag auf den Kopf stellen.

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Martin-Luther-Denkmal in Wittenberg.  Foto: dpa

Denkmal der Lutherstadt Wittenberg für den Reformator Martin Luther (1483-1546). Foto: Peter Endig (dpa Mittelbild)

Der Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther (1483-1546) schlug der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an der Wittenberger Schlosskirche an. Gleichzeitig sandte er sie per Brief an den Erzbischof von Mainz. Darin kritisierte Luther mehrere Missstände in der katholischen Kirche, insbesondere den Ablasshandel und den promiskuitiven Lebensstil vieler Geistlicher, die ihn praktisch wie Halloween lebten. Darüber hinaus definierte Luther das Wesen des christlichen Glaubens in Gottes Gnaden- und Rechtfertigungsverheißung durch Christus.

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Erst im 19. Jahrhundert wurde der einheitliche Gedenktag des 31. Oktober fest im Kalender verankert. Reformation und Dissertation sind jedoch nicht gleichzusetzen. Das Gedankengut breitete sich bereits vor 1517 aus. Der Inhalt führte bald zu verschiedenen religiösen Orden. Luthers Anhänger, einschließlich der Reichsstadt Heilbronn, wurden von zwei Schweizern konkurriert: Huldreych Zwingli (1484-1531) aus Zürich und Johann Calvin (1509-1564) aus Genf.

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Grabbesuche an Allerheiligen.  Foto: Mario Berger

Grabbesuche an Allerheiligen. Fotos: Berger, Mario

Am ersten Tag des Monats feiern katholische Christen Allerheiligen, der übrigens ein nationaler Feiertag ist. Auf vielen Friedhöfen und Pfarreien werden Gedenkgottesdienste abgehalten. Nicht nur Gläubige nehmen diesen Tag zum Anlass, die Gräber ihrer Angehörigen und Freunde zu besuchen. Viele schmückten die Gräber ihrer Angehörigen im Vorfeld mit Blumen, Kränzen und Kerzen und machten sie winterfest. Ursprünglich erkannte die Kirche an Allerheiligen an, dass “es eine große Anzahl von Menschen gibt, deren Leben für immer und ewig erfolgreich war”. Es enthält auch offizielle Heilige.

Für „Normalsterbliche“ wurde der 2. November im 11. Jahrhundert zum Allerseelentag erhoben. Weitere Gedenktage im Todesmonat: Der 9. November erinnert an die von den Nationalsozialisten angezettelte Pogromnacht gegen die Juden 1938. Am dritten Sonntag im November wird mit dem Nationalen Trauertag aller Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Schließlich feiern evangelische Christen immer am Sonntag vor dem ersten Advent Allerseelen.

Graygal an Halloween.  Foto: dpa

Kinder feiern Halloween in gruseligen Kostümen und rufen „Süßes oder Saures“. Foto: Arne Dedert (dpa)

Der Vorabend von Allerheiligen ist als Halloween bekannt. Das Wort leitet sich vom englischen Wort „All Hallows’ Eve“ ab. Da der Tag mit Allerheiligen in Verbindung gebracht wurde, wurde Halloween bisher nur in katholischen Gebieten der britischen Inseln, hauptsächlich in Irland, gefeiert. Der Legende nach entkam ein Kürbislaterne der Hölle durch List. Aber als er in den Himmel kam, war die Tür verschlossen. Jack war dazu bestimmt, für immer zwischen Hölle und Himmel zu wandern, immer mit einer ausgehöhlten Rübe von einer Kerze. Daher der Brauch, Kürbisse auszuhöhlen, ihnen Gesichter zu geben und sie anzuzünden.

Irische Einwanderer brachten den Brauch im 19. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten. Dort verwandelte sich das Spektakel bald in eine Art Volksfest. Von Nordamerika gelangte das Treiben der US-Soldaten zurück nach Europa, wo es nun in noch stärker kommerzialisierter Form zelebriert wird. In Deutschland ist es inzwischen üblich, dass sich Kinder verkleiden und die Nachbarschaft um „Süßes oder Saures“ bitten. Außerdem werden in Clubs und Hallen karnevalsähnliche Partys abgehalten.



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