Eröffnungsspiel der WM: Al-Bayt-Stadion – Ort der Ausbeutung

Stand: 20.11.2022 10:15 Uhr

Das Al Bait Stadium in Katar schließt sich vielen anderen berühmten Stadien an, um den Auftakt der Weltmeisterschaft auszurichten.

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Gastgeber Katar startet das Turnier am Sonntag (20. November 2022, 17 Uhr) mit einem Spiel gegen Ecuador im Al Bait Stadium in der Stadt Al Khor, 60 km von der Hauptstadt Doha entfernt. Das Stadion mit einer Kapazität von 60.000 Zuschauern wird einige der berühmtesten Austragungsorte der Fußballgeschichte beherbergen, darunter das Maracana, Wembley und San Siro.

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte Katars Kapitän Hassan Al-Haydos: “Wir sind sehr stolz und aufgeregt. Es gibt keine größere Ehre. ” Wie die meisten Stadien wurde es von Grund auf neu gebaut. Der Name bezieht sich auf die traditionellen Zelte katarischer Nomaden, und die Außenfassade erinnert an solche Zelte.

Gastarbeiter berichtet: „Ich musste oft 16 Stunden arbeiten“

Das zeltartige Stadion wurde größtenteils von Gastarbeitern gebaut. Das Al-Bait-Stadion ist auch Teil der ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, die bei der Schaffung der allgemeinen Infrastruktur der Weltmeisterschaft allgegenwärtig sind – wertlose Unterkünfte, Knebelverträge und illegale Vermittlungsgebühren.

Nagindar Yadav, ein Gastarbeiter aus Nepal, berichtet im WDR-Podcast „Die WM-Sklave“ von seinen Erfahrungen. „Wir fühlten uns wie Sklaven. Tatsächlich waren wir Sklaven unterlegen. Wenigstens konnten Sklaven etwas zu essen bekommen“, sagte Yadav. Er arbeitete von 2018 bis 2019 rund ein Jahr auf der Stadionbaustelle nebenberuflich. Bei seiner Rückkehr nach Nepal sagte er dem WDR:

Yadav sagte, er habe Anspruch auf ein Monatsgehalt von 280 Euro. Geld wurde unregelmäßig oder gar nicht ausgezahlt. Über Gewalt durch seine Vorgesetzten berichtet er wie folgt:

“Zwei Arbeiter sind vor meinen Augen gestorben.”

Und er spricht vom Tod. „Wir machten uns Sorgen um unsere Sicherheit, besonders in großer Höhe“, sagte Yadav. “Zwei Arbeiter starben vor mir. Einer fiel in den Aufzugsschacht, ein anderer vom Kran. Sie starben direkt vor uns. Wir waren schockiert und weigerten uns, weiterzuarbeiten, aber unsere Vorgesetzten zwangen uns.”

Yadav unterzeichnete im Mai 2019 eine eidesstattliche Erklärung über den Tod von zwei Arbeitern, ebenso wie ein anderer seiner Kollegen. Damals räumte die FIFA erstmals öffentlich ein, dass es auch auf der WM-Baustelle zu Verstößen gegen internationale Arbeitsnormen gekommen war. Zuvor hatte die Fifa dies stets dementiert. Das WM-Organisationskomitee wies damals alle Vorwürfe zurück.

Menschenrechtsgruppe: „Typische Situationen der Zwangsarbeit“

Am Tag der Eröffnungsfeier wurde das Stadion fertiggestellt. Das hochmoderne Gebäude ist Austragungsort der wichtigsten Fußballturniere. Die Menschenrechtsgruppe Equidem nennt in einem aktuellen Bericht zahlreiche Vorfälle von Diskriminierung und Ausbeutung auf der Baustelle des WM-Stadions.

Die Organisation erhebt mehrere Behauptungen, insbesondere über das Teilzeitstadion.

  • Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit
  • Lohndiebstahl durch gepfändete Löhne oder unbezahlte Überstunden
  • illegale Vermittlungsgebühren
  • Sammlung von Pässen
  • Unzureichende Meldung von Verstößen und Vergeltungsmaßnahmen für die Meldung von Verstößen
  • Fehlende Möglichkeiten, den Arbeitgeber zu wechseln
  • Gesundheits- und Sicherheitsrisiken
  • körperliche Gewalt
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Der Gründer und CEO von Equidem, Mustafa Kadri, sagte über die Baustelle im Allgemeinen: „Diese Arbeiter wurden bedroht. Sie werden den Behörden melden, dass Sie weggelaufen sind oder uns etwas gestohlen haben.

Blick auf das fertiggestellte Al Bait Stadium in Al Khor, Katar

Bild: Erwachsener

Fifa-Präsident Infantino verteidigt Katar gegen Vorwürfe

Einen Tag vor der Eröffnungsfeier verteidigte Fifa-Präsident Gianni Infantino Gastgeber Katar gegen Kritik an der Situation. „Bevor wir anfangen, den Menschen moralische Lektionen für das zu erteilen, was wir Europäer in den letzten 3.000 Jahren getan haben, müssen wir uns für die nächsten 3.000 Jahre entschuldigen.

Infantino zeigte, wie schon mehrmals zuvor, Verbesserungen bei seinen Mitarbeitern. Doch Menschenrechtsgruppen haben immer wieder kritisiert, dass viele Reformen in Katar auf dem Papier eingeführt wurden.

Quelle: www.sportchau.de

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