Formel 1: Red Bull akzeptiert Strafe wegen Überschreitung des Budgets – Sport

Die Verteidigung findet nach der Hauptverhandlung statt. Richter fällen Urteile, gehen aber nicht ins Detail in die Begründung. Das sollten sie auch nicht, denn es ist ein Deal. So funktioniert die Gerichtsbarkeit in der Formel 1. Die Rennserie ist nur für wenige Stunden auf der Strecke ein Sport, ansonsten ist es ein Geschäft. Ziemlich komplex, sehr technisch und sehr politisch.

Bereits seit gut drei Wochen ist bekannt, dass das Team Red Bull Racing von Weltmeister Max Verstappen im vergangenen Jahr erstmals die Budgetgrenze in der ersten Klasse überschritten hat. Irgendjemand aus den Wirtschaftsprüfungskreisen oder dem Weltverband der Automobilindustrie Fia muss sich unterhalten haben – und bei Ferrari und Mercedes die richtigen Ansprechpartner gefunden haben. Seitdem gibt es einen öffentlichen Kampf gegen Vorurteile und Unschuldsbekundungen.

Red Bull präsentierte sich als Opfer, Gegner wollten Opfer sehen. Dem Rennteam wurde dann offiziell die Schuld zugesprochen – und schließlich wurde hinter den Kulissen weiter darüber verhandelt, ob Red Bull Berufung einlegen oder sich schuldig bekennen würde. Letzteres tut Red Bull jetzt. Das hat Vorteile für beide Seiten: Die Sache ist vom Tisch, das Gesicht der FIA als strenger Regelhüter bleibt erhalten, weitere Imageschäden werden minimiert, das sportliche Ergebnis des vergangenen Jahres ist endlich amtlich. Und Sünder müssen selbst entscheiden, welche Übertretung sie offenbaren wollen. Akzeptierter Vertragsbruch so heißt es.

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„Hätten wir alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, hätte sich der Prozess noch zwölf Monate hinziehen können“, sagt Teamchef Christian Horner. „Es wären Monate voller Spekulationen, schnippischer Anschuldigungen und diffamierender Kommentare gewesen. Also lasst uns die Kröte schlucken.“

Das Schiedsverfahren wurde durch den Tod von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz am vergangenen Wochenende unterbrochen, sodass das Gericht erst am Trainingstag zum Grand Prix von Mexiko stattfand: 1,6 Prozent – ​​2,15 Millionen Dollar wegen Überschreitung der Ausgabengrenze von 148,6 Millionen Dollar. – Der österreichisch-britische Rennstall kassiert eine Strafe von sieben Millionen Dollar und muss ein Jahr lang in einem Windkanal mit begrenzten Entwicklungszeiten leben.

Wie ein Buchhalter, der ganz genau hinschaut, setzte Teamchef Christian Horner bei seiner Rechtfertigungsrede auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez seine Brille auf. Und zitierte einen unglücklichen Verfahrensfehler, nur ein Missverständnis, eine Meinungsverschiedenheit, ohne die sein Rennteam nur 0,37 Prozent über dem Limit gelegen hätte, dürftige 501.850 Dollar. Eine Neuinterpretation der Bilanzierung und zusätzliche Besteuerung hätten zu unterschiedlichen Sichtweisen auf die Zahlen beigetragen. Weltmeister Algebra.

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Hätte gerne gewusst, wie hoch die überhöhte Kantinenzulage war, die Red Bull seinen Mitarbeitern gegeben hatte, und was das Siegerteam an Prämien und Abfindungen zahlt. Oder was genau mit den Übernachtungskosten auf der Rennstrecke passiert ist. Und spielte das Traumgehalt von Design-Genie Adrian Newey eine Rolle? Manch einer hätte gerne daran Gefallen gefunden, leider gibt es ihn nicht mehr, aber immerhin hatten die Prüfer die 13 Punkte detailliert beschrieben, in denen sie mit Red Bull nicht einverstanden waren. Und: Die Fia hat es ernst genommen und zumindest eine Benchmark für die anstehenden Prüfungen gesetzt, auch wenn es keinen klar definierten Strafkatalog gibt, sondern nur eine fünfprozentige Kulanzvereinbarung.

Red Bull bestätigt: Es gab keinen Entwicklungsvorsprung

Horner sagt, die Strafe sei nur “widerwillig” und vor allem “im Interesse des Sports” genehmigt worden. Wohl wissend, dass ein neutrales Finanzgericht noch höhere Summen hätte verlangen können. Natürlich gab es nie einen Entwicklungsvorsprung durch ein eigenes Budget. Wer Horners Solo-Pressekonferenz zugehört hat, hätte sich das sympathische Grinsen von Mercedes-Teamchef Toto Wolff vorstellen können.

Trotzdem nahm Wolff die richtungsweisende Entscheidung des Konkurrenten souverän hin: „Ich denke, dass aus unserer Sicht jede Strafe natürlich zu wenig, aber natürlich immer zu viel für sie ist.“ Den Wert der fehlenden Windkanalzeit beziffert der Manager nicht gerne, es seien bereits sieben Millionen: „Absolut gesehen ist es viel Geld. Aber wenn man andere Investitionen betrachtet, vielleicht nicht so viel. Der Imageschaden ist wahrscheinlich.“ der Größte.” Aber für ihn zählt hohe Abschreckung.

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Mercedes lobt das Fia-Management

Die Erklärungen seines engen Gegners will er nicht hören: „Neun Mannschaften haben sich an das Reglement gehalten und sind unter der Obergrenze geblieben. Der Erfolg in diesem Sport entscheidet über den Spielraum, alles andere ist nur ein Gerücht. Es gibt keinen mildernden Umstand.“ ” Deshalb freut sich Wolff auch über die kompromisslose Haltung des Automobil-Weltverbands FIA und seines Präsidenten Mohammed bin Sulayem: „Ich sehe eine starke Führung positiv. Es wurde nichts unter den Teppich gekehrt.“

Zehn Prozent der Zeit im Windkanal abzuziehen, ist eigentlich ein sehr großer Nachteil, Horner schätzt ihn auf eine Viertel bis halbe Sekunde: „Das verschafft unseren Konkurrenten einen Vorteil, deshalb haben sie eine harte Strafe gefordert Tunnel wäre ihnen sicher nicht genug gewesen.” Britt rechnet nochmal schnell gegen: „Was wir im Windkanal an Zeit verlieren, gewinnen wir an Motivation.“

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