Güterzüge kollidieren bei Gifhorn: Bahnstrecke länger gesperrt | NDR.de – Nachrichten – Niedersachsen

Stand: 17.11.2022 10:00 Uhr

Zwei Güterzüge sind am frühen Morgen bei Leiferde (Kreis Gifhorn) zusammengestoßen. Aus zwei Tankern tritt hochexplosives Gas aus. Die Bahnstrecke Berlin-Hannover wird voraussichtlich noch länger gesperrt bleiben.

Nach Informationen des NDR in Niedersachsen kollidierten die beiden Güterzüge gegen halb fünf auf der Schnellstraße Berlin-Hannover. Die Kollision ereignete sich zwischen Leiferde und Dalldorf. Ein Güterzug hielt an einem Haltesignal, dann verunglückte ein dahinterfahrender Güterzug aus noch nicht geklärter Ursache, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Fahrer des fahrenden Zuges wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, der Fahrer des führenden Zuges wurde leicht verletzt.

Gas tritt aus zwei Tankern aus

Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei sind bei der Kollision zwei Tanklaster umgekippt und zwei weitere entgleist. Insgesamt bestand der herannahende Zug aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwagen. Das Gas entweicht aus zwei Tankern. Wie viel, war zunächst unklar. Das Gas müsse erst vollständig entweichen, sagte der Bundespolizeisprecher. Die Aufräumarbeiten und die Ermittlungen dürften demnach mindestens einen Tag dauern, kündigte er an. Außerdem wurden bei dem Unfall mehrere hundert Meter Oberleitung gebrochen. Experten der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung sollen nun die Unfallstelle untersuchen.

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Keine Gefahr für die Bevölkerung

Das Gasleck sorgt für einen komplexen Einsatz: Rettungskräfte kommen nur mit schwerem Atemschutz an die Unfallstelle. Zudem könne die mobile Einsatzleitstelle nicht direkt am Unfallort, sondern erst in größerer Entfernung am Bahnhof in Leiferde aufgestellt werden, hieß es. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, da die Unfallstelle mitten im Wald liege.

Verspätungen und Ausfälle im Fern- und Regionalverkehr

Der Unfall hat erhebliche Folgen für den Schienenverkehr – für Regional- und Fernverkehrszüge. Die Bahnstrecke Berlin-Hannover ist in beiden Richtungen gesperrt. Diverse ICE- und IC-Verbindungen müssen umgeleitet werden oder fallen aus. Reisende sollten sich vor Reiseantritt über ihre Verbindungen informieren, rät der Rat Deutsche Bahn.

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Folgende Fernverbindungen schlagen fehl:

  • Züge der ICE-Linie 9 (Berlin – Bonn)
  • Einzelne Züge der ICE/IC-Linie 24 (Hamburg – Hannover – Berlin / Berlin – Frankfurt/Süddeutschland)
  • Einzelne Züge der IC-Linie 26 (Berlin – Hannover – Kassel-Wilhelmshöhe – Fulda – Frankfurt/Süddeutschland)
  • Züge der IC-Linie 32 (Berlin – Hannover – Dortmund – Köln – Mannheim – Stuttgart – Ulm)
  • Züge der IC-Linie 56 (Dresden – Leipzig – Magdeburg – Hannover – Bremen – Emden – Norddeich Mole)

an Folgende Fernverkehrslinien sind teilweise gestrichen:

  • Züge der IC-Linie 14 (Ostseebad Binz – Berlin – Hannover – Dortmund – Köln) fallen zwischen Berlin Ostbahnhof und Köln Hbf aus
  • Züge der IC-Linie 55 (Köln – Dortmund – Hannover – Magdeburg – Leipzig – Dresden) fallen zwischen Köln Hbf und Braunschweig Hbf aus
  • Züge der IC-Linie 77 (Berlin – Hannover – Bad Bentheim – Amsterdam Centraal) sind zwischen Berlin Ostbahnhof und Hannover Hbf ausgefallen
  • Auf anderen Verbindungen kommt es zu Umleitungen und Verspätungen.
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Auch der regionale Schienenverkehr ist betroffen: Der private Betreiber Enno hat die Einführung eines Busersatzverkehrs auf der Strecke Hannover-Wolfsburg angekündigt. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Abschnitt zwischen Wolfsburg und Lehrte tagelang gesperrt sein wird.

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Braunschweiger Dom von oben.  © NDR Foto: Julius Matuschik

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.11.2022 | 09:00 Uhr

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