Kursverluste zum Start: DAX-Anleger in Warteposition


Marktbericht

Stand: 07.11.2022 09:43

Wichtige Ereignisse der Woche warfen ihre Schatten auf den Aktienmarkt. DAX-Anleger nehmen nach einer jüngsten starken Rally einige Gewinne mit.

Der DAX startete mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche. Deutsche Benchmarks fielen im frühen XETRA-Handel um 0,5 Prozent auf 13.399 Punkte. Die Anleger positionieren sich, um diese Woche auf wichtige Ereignisse zu warten und zu beobachten, darunter die US-Zwischenwahlen und die US-Verbraucherpreise.

Aktualisieren Sie die Wirtschaft vom 7. November 2022

Stefan Wolff, Personal, 7.11.2022 9:48

Negative US-Futures bremsten den DAX

Nach der jüngsten Kursrally dürften einige Anleger auch zunächst Gewinne mitnehmen. Der DAX stieg in der vergangenen Woche um 1,6 Prozent und erreichte zeitweise mit 13.542 Punkten den höchsten Stand seit Mitte September.

Rückenwind kam auch von den US-Börsen, die am Freitag stark anstiegen. Zu Beginn der Woche waren die US-Futures jedoch deutlich im Minus. Es dämpft auch die Kauflaune der Anleger am deutschen Aktienmarkt.

Dies ist eine Schlüsselzone für den DAX

Auch die DAX-Charttechnik bleibt weiterhin spannend, da der DAX zuletzt den Ausbruch aus dem Abwärtstrend seit Januar geschafft hat. Allerdings hat er nun bei rund 13.500 Punkten den nächsten Widerstandsbereich vor der Brust. Technische Analysten von HSBC sprechen in diesem Zusammenhang sogar von einem „großen Börsenpunkt“ – „weil dieses Niveau die Grenze zwischen einer Bärenmarktrallye und einer fundamentalen Trendwende markiert“.

Die Produktion wuchs überraschend stark

Gleichzeitig kommen positive Impulse für den DAX von der Konjunkturfront. Die deutsche Industrieproduktion ist im September überraschend gestiegen – trotz hoher Energiepreise und Materialknappheit. Industrie, Bau und Energieversorger zusammen produzierten 0,6 Prozent mehr als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt heute Morgen mit. Ökonomen erwarteten im Durchschnitt nur ein Wachstum von 0,2 Prozent nach einer Produktionskürzung von 1,2 Prozent im August.

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„Die Branche lebt von ihrem großen Auftragsvolumen, daher hat sich die schwache Nachfrage aus dem Ausland noch nicht auf die Produktion ausgewirkt“, kommentiert Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen die aktuellen Daten. „Allerdings dürfte sich der Produktionstrend in den kommenden Monaten fortsetzen, da der massive Anstieg der Energiepreise viele Produkte unrentabel macht.“

Fragwürdige chinesische Spekulation

Aus fundamentaler Sicht wurden die globalen Aktienmärkte in letzter Zeit durch unbestätigte Hoffnungen beflügelt, dass China die strengen Pandemiebeschränkungen lockern könnte. Aber am Wochenende bestätigten die Gesundheitsbehörden, dass sie Corona-Cluster dynamisch beseitigen werden, sobald sie auftreten.

Trotz der Auswirkungen auf die Wirtschaft halte das Land an seiner Strategie zur Bekämpfung des Virus fest, sagte Tapas Strickland, Leiter Marktwirtschaft bei der NAB. „Da sich China dem Winter nähert, halten die meisten Analysten eine Änderung der Null-Corona-Politik bis mindestens März für unwahrscheinlich.“

Nikkei wieder mit Kurserhöhung

Es bleibt also fraglich, wie lange Spekulationen über Chinas Ausstieg aus der Zero-Covid-Strategie die Kurse an den Aktienmärkten noch antreiben können. Trotzdem setzten die asiatischen Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend zu Wochenbeginn fort. Der japanische Nikkei, ein Index mit 225 Aktien, schloss um 1,2 Prozent auf 27.528.

Auch Chinas Aktienmärkte waren im Aufwind – trotz der Ankündigung, dass Chinas Importe und Exporte im Oktober aufgrund der Null-Coronavirus-Politik des Landes erneut gelitten hätten. Der CSI 300-Index, der die 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Börsen auf dem chinesischen Festland listet, stieg um 0,2 Prozent auf 3.775, nachdem er am Freitag um mehr als 3 Prozent gestiegen war. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong stieg um 2,9 Prozent auf 16.626 Punkte.

Dow und Nasdaq höher nach Achterbahnfahrt

An der Wall Street haben am Freitag Spekulationen über den künftigen Leitzins der US-Notenbank die Aktienmärkte auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Die US-Beschäftigungsdaten für Oktober zeichneten ein gemischtes Bild und gaben den Anlegern Raum für Spekulationen. Der Dow Jones Industrial Average schloss nach einem unruhigen Handel um 1,3 Prozent höher bei 32.403. Der technologielastige Nasdaq stieg um 1,3 Prozent auf 10.475. Der breite S&P 500 stieg um 1,4 Prozent auf 3.770.

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Der Euro bewegte sich am Morgen wenig

Der Euro befindet sich im frühen Devisenhandel seitwärts. Ein Euro ist 0,9928 Dollar wert. In der vergangenen Woche war es der europäischen Gemeinschaftswährung gelungen, sich in Richtung Dollarparität zu erholen. Eine Unze Gold kostet 1.669 $.

Der Ölpreis fällt

Die Ölpreise gerieten unter Druck, nachdem sich Marktspekulationen über eine Lockerung der strikten Corona-Politik Chinas nicht bewahrheitet hatten. Ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent kostet morgens 97,64 USD. Das sind 0,97 $ weniger als am Freitag. West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,17 $ auf 91,44 $ pro Barrel.

Beschwerden über Post werden sich verdoppeln

Im DAX liegt der morgendliche Fokus auf der Aktie der Deutschen Post. Da Briefe zu spät oder gar nicht ankommen, wenden sich immer mehr Bürger an die Bundesnetzagentur. Rund 9700 Beschwerden seien im Oktober eingegangen, fast doppelt so viele wie im September (5000), teilte die Bonner Aufsichtsbehörde der dpa mit.

BaFin: Deutsche Bank sollte mehr gegen Geldwäsche tun

Die Finanzaufsicht Bafin fordert die Deutsche Bank auf, ihre Bemühungen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung fortzusetzen. Die Behörde droht dem DAX-Konzern mit Bußgeldern, wenn die Anordnungen der BaFin aus den Jahren 2018 und 2019 nicht umgesetzt werden. Das geht aus dem am Freitagabend veröffentlichten Bafin-Bescheid hervor, der angeblich am 28. September 2022 ergangen ist.

Die Pfeiffer-Vakuum-Aktie steigt

Die Aktien des im SDAX notierten Pfeiffer Vacuum legten zum XETRA-Start um rund 20 Prozent zu. Der Großaktionär Pangea GmbH gab am Sonntagabend bekannt, dass er einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Vakuumpumpenhersteller anstrebe. Pangea will daher kurzfristig Verhandlungen mit Pfeiffer Vacuum aufnehmen.

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Fernweh nach der Coronakrise beschert Ryanair

Rekordgewinn Ryanair, Europas größte Billigfluggesellschaft, hat in den letzten sechs Monaten dank einer starken Erholung der Reisenachfrage einen Rekordgewinn erzielt. Von April bis September machte Europas größte Fluggesellschaft nach Morgenpassagieren einen Gewinn von 1,37 Milliarden Euro, das sind rund sechs Prozent mehr als im bisherigen Rekordhalbjahr 2017.

BioNTech gibt Zahlen zum dritten Quartal bekannt

Der Corona-Impfstoffhersteller BioNTech hat heute seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt. Außerdem will das Unternehmen in einer Telefonkonferenz (14:00 Uhr) einen Überblick über neue Entwicklungen geben. BioNTechs US-Partner Pfizer hatte seine Umsatzziele vor wenigen Tagen auch aufgrund guter Geschäfte mit Corona-Boostern angehoben.

Facebook-Gruppe Meta vor Massenentlassungen?

Medienberichten zufolge steht die Facebook-Gruppe Meta vor einem erheblichen Stellenabbau. Das seien mehrere tausend Stellen, schrieb das „Wall Street Journal“ gestern Abend. Die New York Times nannte keine Zahl, sagte aber, es könnte der größte Stellenabbau seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2004 sein.

Musk droht Twitter-Werbetreibenden mit Regatten

Der neue Besitzer von Twitter, Elon Musk, hat damit gedroht, Werbetreibende öffentlich zu schlagen, die nicht mehr auf der Plattform werben. Der Tech-Milliardär reagierte auf den Vorschlag eines rechten Lobbyisten, solche Unternehmen zu benennen, damit seine Unterstützer sie „gegenboykottieren“ könnten.

Apple: Lieferengpässe bei iPhone 14

Das harte Durchgreifen der Pekinger Regierung hat Auswirkungen auf große US-Technologieunternehmen. Gestern Abend kündigte Apple Lieferverzögerungen für sein neues iPhone 14 Pro und iPhone Pro Max an. Apple sagte, das Foxconn-Werk in der Stadt Zhengzou arbeite mit deutlich reduzierter Kapazität.

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