Wirtschaft in Bayern: Es herrscht Pessimismus bei den Betrieben – Bayern

Steigende Kosten, zunehmende Unsicherheit, vor allem aber Hoffnungslosigkeit: Sowohl die bayerischen Handwerks- als auch die Handelskammern sehen der Wirtschaft der Republik schwere Zeiten bevor. Beide präsentierten am Mittwoch unabhängig voneinander Wirtschaftsforschung. Im Handel blicken vor allem die Lebensmittel- und Baubranche zunehmend pessimistisch in die Zukunft.

„Von einer Abkühlung bis hin zu einem regelrechten Einbruch der Bauwirtschaft ist alles möglich“, sagte Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), in einer Mitteilung. In der vierteljährlichen Umfrage bewerteten mehr als 80 Prozent der Händler die aktuelle Geschäftslage gewerkeübergreifend als befriedigend oder gut. Angesichts der hohen Inflation – insbesondere aufgrund hoher Energiekosten – und der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit erwarten viele jedoch eine Verschlechterung der Situation. Dies traf sogar auf rund 57 Prozent der Unternehmen des Lebensmittelhandels und 41 Prozent des Bauhauptgewerbes zu. Auch rund 17 Prozent der Bauunternehmen gaben im September Auftragsstornierungen an.

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Noch drastischer fällt das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Bayerischen Industrie- und Handelskammer (BIHK) aus: Es zeigt die Geschäftserwartungen der Wirtschaft im “freien Fall”. Der sogenannte BIHK-Konjunkturindex ist auf 88 Punkte gefallen, das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020. Daher planen die Unternehmen weniger Investitionen und Stellenabbau. Aufgrund der Energiekrise, der Inflation, schwacher Lieferketten, des Fachkräftemangels und der konjunkturellen Abschwächung in der EU und in China fehlte es in allen Branchen an Kosten- und Planungssicherheit. Die aktuelle Risikolage sei für Unternehmen „beispiellos“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gössl. “Wir gehen definitiv in eine Rezession.”

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Angesichts des schlechten Umfrageergebnisses wiederholten BIHK und BHT die Forderung nach einer gezielteren Lockerung der Konjunktur. „Neben der angemessenen Berücksichtigung unserer Unternehmen bei Hilfsmaßnahmen ist uns wichtig, dass kleine und mittelständische Unternehmen nicht anteilig stärker von den Kosten der Klima- und Energiepolitik betroffen sind als Großunternehmen“, sagte Handwerkspräsident Peteranderl. Industrie.

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Gleichzeitig sollten seiner Meinung nach alle energiebezogenen Steuern auf den Prüfstand gestellt werden. Entlastungsmöglichkeiten bestehen beispielsweise bei den Strom-, Gas- und Benzinpreisen. „Wir brauchen auch mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien.“ BIHK-Präsident Klaus Josef Lutz forderte die Politik auf, “schnell realistische Strategien für Deutschlands Energiesicherheit vorzulegen”. Außerdem müsse Bürokratie abgebaut werden, „Flexibilität ist mehr als das Gebot der Stunde“. Große Hoffnungen wurden auch auf neue Freihandelsabkommen mit den USA und Australien gesetzt. Sie wären laut Lutz “ein starkes Hoffnungssignal für die Wirtschaft”.

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